Maximilian Linden (mitte) mit Produktchef Florian Werner (links), CTO Matias Bonet (Bild: PR).

Lemon Markets erhält 15 Millionen – Lakestar und Lightspeed steigen ein

Der Trading-Anbieter Lemon Markets richtet sich mit seinem Brokerage-as-a-Service-Angebot vor allem an Entwickler. Eine vergleichsweise hohe Finanzierungsrunde soll nun den Start beschleunigen.

Die Firma galt als Geheimtipp der Fintech-Szene, nun traut sich Lemon Markets aus der Deckung. Das in Berlin ansässige, vor rund einem Jahr gegründete Finanz-Startup verkündet eine Finanzierungsrunde über 15 Millionen Euro – viel Geld für das frühe Stadium. Eingestiegen sind die prominenten Geldgeber Lakestar von Klaus Hommels und Lightspeed. Außerdem beteiligen sich Creandum, System.one und Business Angel wie die Taxfix-Gründer.

In einem ersten Schritt können sich Entwickler über eine Schnittstelle bei Lemon Markets anbinden und sind dann in der Lage, eigene Trading-Systeme zu entwickeln. In einem Anwendungsfall lassen sich beispielsweise Aktien über den Messenger Telegram kaufen. Die Tech-Teams sollen aber in Zukunft auch eigene Produkte für Endkunden mit Lemon Markets bauen können, erzählt Gründer Maximilian Linden. Diese Funktionen ließen sich dann in andere Produkte integrieren – was man unter „Embedded Finance“ versteht. Genau auf diesen Markt schielen die Geldgeber.

50 Kunden verwenden das Produkt bereits, erste Millionen an Aktien seien bewegt worden, sagt Linden. Im Hintergrund arbeitet die Baader Bank, die auch hinter Scalable Capital steht. Gehandelt wird an der Börse Gettex, die Ordergebühren belaufen sich auf einen Euro pro Trade. Die anderen Gebühren fallen in den ersten Monat erst einmal weg. Schon im kommenden Jahr soll die Expansion innerhalb von Europa gelingen.

Die Entwickler-Community muss gewonnen werden

Linden, der erst 21 Jahre alt ist, gilt unter Investoren als großes Talent. Sein Mitgründer Marcel Katenhusen hat das Unternehmen schon ein Jahr nach der Gründung 2020 wieder verlassen. Die beiden hätten unterschiedliche Vorstellungen zum Geschäftsaufbau gehabt, so Maximilian Linden. Mit 17 Leuten arbeitet er zurzeit weiter an dem Vorhaben.

Als Brokerage-as-a-Service-Anbieter konkurriert das Berliner Startup mit Fintechs wie Solarisbank, das gerade mit Heyfina gestartet ist, und Upvest. Lemon Markets will sich durch sein entwicklerfreundliches Produkt absetzen – und gerade auf junge Projekte setzen. Es muss nun gelingen, sich in der Entwickler-Community einen guten Ruf zu erarbeiten. Dafür organisieren Linden und sein Team regelmäßige Online-Treffen.

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