1.500 E-Autos hat VW mit Weshare in Berlin auf der Straße.

Volkswagen testet neues Leasing-Startup Leash

Exklusiv: Mit Leash probiert der Autobauer Volkswagen ein neues Leasing-Modell aus. Die Kunden können ihr Auto an andere vermieten und sich so einen Teil der Kosten zurückverdienen. Was steckt dahinter?

Schon vor der Coronakrise wählte Volkswagen-Chef Herbert Diess drastische Worte. „Wenn wir in unserem jetzigen Tempo weitermachen, wird es sogar sehr eng“, sagte er in einer Ansprache an Führungskräfte, wie das Handelsblatt berichtete. Der Wolfsburger Konzern müsse sich künftig stärker zu einem Tech-Konzern wandeln.

Ein Testlabor für neue Geschäftsmodelle ist die Urban Mobility International Gmbh. Die VW-Tochter versucht sich seit etwa einem Jahr mit einem Carsharing-Service, Weshare. 1.500 elektrische Golfs vermietet die Firma in Berlin, es ist bereits der zweite Carsharing-Versuch von VW.

Die Tochtergesellschaft hat nun ein neues Projekt gestartet. Auf der Website Leash.one kündigt das Unternehmen an, dass Kunden künftig ein E-Auto leasen können. Das Prinzip: Die Kosten für das Auto lassen sich zurückverdienen, in dem die Nutzer das Auto weiter vermieten. Wer beispielsweise das Auto 14 Tage pro Monat nutzen will, zahlt 128 Euro. Wer es nur sieben Tage braucht, zahlt knapp 50 Euro. Den Rest der Zeit wird es vermietet.

Bei einem anderen Zukunftsprojekt drückt VW auf die Bremse

Noch ist der Service nicht verfügbar, vielleicht bleibt es auch bei dem Versuch. „Bei Leash handelt es sich um ein Testprojekt, mit dem wir zunächst ausschließlich Erkenntnisse für zusätzliche Angebote generieren“, schreibt eine Sprecherin. Weitere Details nennt das Unternehmen nicht, nach einer Anfrage von Finance Forward ist die Website nicht mehr erreichbar.

Anfang des Jahres hatte Weshare angekündigt, 2020 noch in weitere europäische Städte zu expandieren. Auch die Flotte in Berlin wollte das Unternehmen um 500 Fahrzeuge aufstocken, wie der Tagesspiegel berichtete. Zurzeit prüfe das Unternehmen die Planung vor „dem Hintergrund der aktuellen Situation“, heißt es vom Unternehmen.

Bei einem anderen Zukunftsprojekt drückte Volkswagen derweil schon Anfang des Jahres auf die Bremse. Konzernchef Diess sagte Anfang des Jahres, VW werde beim Taxi-Dienst Moia „den Aufwand deutlich reduzieren“.

Ein Screenshot der Website ist hier zu finden.

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