Viel Geld zum Start: Die Kadmos-Gründer Sasha Makarovych und Justus Schmueser (rechts). Bild: Viktor Strasse

Seed-Finanzierung vor dem Start – Berliner Fintech Kadmos erhält 8,3 Millionen Euro

Das Fintech Kadmos arbeitet an einem Payment-Dienst für Seefahrer. Es soll der internationalen Branche erleichtern, das Geld über Ländergrenzen hinweg zu verschicken. Schon vor dem Start fließt eine hohe Summe.

Seefahrer sind eine ungewöhnliche Zielgruppe. Doch das junge Berliner Fintech Kadmos hat sie als attraktive Kunden identifiziert, die teilweise mehr als 10.000 Dollar pro Monat verdienen. Ein Familienmitglied, das auf einem Schiff arbeite, habe ihm erzählt, wie kompliziert es zuweilen sei, sein Geld zu bekommen, erzählt Mitgründer Sasha Makarovych.

20 Prozent würden beispielsweise immer noch in bar ausgezahlt. Teilweise seien für die Bezahlung auch Agenturen zwischengeschaltet. Dienste wie Wise würden sich nicht eignen, wenn es darum geht, die Seefahrer mit unterschiedlichen Nationalitäten – von den Philippinen bis Osteuropa – zu bedienen. Dafür hat er mit seinem Mitgründer Justus Schmueser einen Payment-Dienst für „Migrant workers“ entwickelt.  Mit einer Bankkarte können die Seefahrer das Geld verwalten und etwa in ihre Heimatländer schicken. Die Baubranche visiert das Startup als nächste Zielgruppe an.

Für den Start hat Kadmos nun 8,3 Millionen Euro eingesammelt. Über die Finanzierungsrunde hatte zuerst Deutsche Startups berichtet. Der Venture-Capital-Fonds Addition hat die Finanzierungsrunde angeführt. Business Angels von Fintechs wie Stripe, True Layer, Ante Spittler von Moss und die beiden Zeitgold- und Sumup-Gründer seien ebenfalls eingestiegen.  Seit dem Start ist außerdem der umtriebige Frühphasen-Geldgeber Atlantic Labs von Serienunternehmer Christophe Maire an Bord. Die beiden Gründer kennen sich aus ihrem Studium an der Elite-Uni MIT.

Payment-Dienst mit dem Banking-Partner Rapyd

Kadmos, das bereits 20 Mitarbeiter beschäftigt, habe bereits erste Kunden gewonnen wie die Nordic Hamburg Group. Der Vertrieb funktioniert dabei über die Reedereien, die die Fintech-App mit Konto an die Seefahrer ausgeben. Dadurch bedarf es keiner großen Marketingkosten, sollten die Firmen das Produkt kaufen. Im Hintergrund arbeitet Kadmos mit dem Banking-Anbieter Rapyd zusammen. Besondere Features sind beispielsweise das einfache Wechseln zwischen den Währungen, außerdem soll der Payment-Dienst den Schifffahrtsfirmen viel bürokratischen Aufwand ersparen.

Die 8,3-Millionen-Finanzierungsrunde in einer Phase vor dem Launch zeigen einen großen Vertrauensvorschuss der Wagniskapitalgeber in dieses neue Fintech-Vertical. Das Team um Schmueser und Makarovych muss nun das entsprechende Produkt liefern.

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