Denise Johansson, Co-Founder von Enfuce (Bild: Enfuce)

Drei Dinge aus dem Zahlungsverkehr, die Deutsche über die nordischen Länder wissen sollten

Deutschland ist ein Bargeld-Land. Tatsächlich wurden 2019 62,8 Prozent der Zahlungen in bar getätigt. Seit der Pandemie hat sich unsere Wahrnehmung des Umgangs mit Bargeld jedoch geändert.

Um die nahe Zukunft des Zahlungsverkehrs in Deutschland zu prognostizieren, sollten wir nach Norden blicken. Die nordischen Länder sind besonders führend beim digitalen Bezahlen, da die Akzeptanz von digitalen Geldbörsen und Zahlungskarten sehr hoch ist.

In Schweden beispielsweise, einem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern, hat die innerschwedische, mobile Zahlungslösung Swish mehr als sieben Millionen Nutzer. Es wird häufig sowohl für Peer-to-Peer-Überweisungen als auch für Einkäufe online und in Geschäften verwendet. Darüber hinaus hat Schweden öffentlich sein Ziel angekündigt, eine bargeldlose Gesellschaft zu werden. Auch in anderen nordischen Ländern wie Finnland, wo weniger als 20 Prozent der Zahlungen mit Bargeld getätigt wurden, nehmen digitale Zahlungen weiter zu.

Da die Verwendung von Bargeld in Deutschland immer weiter zurückgeht, sind hier drei Dinge aus dem Zahlungsverkehr, die Deutsche über die nordischen Länder wissen sollten

Machen Sie Zahlungen einfach und reibungslos

Kunden bevorzugen einfache Zahlungsmöglichkeiten. Laut Bundesbank hat ein Fünftel der Karteninhaber mit einer kontaktlosen Bezahlkarte diese Funktion aufgrund der Pandemie gerade zum ersten Mal ausprobiert. In Finnland gibt es das kontaktlose Bezahlen dagegen schon seit Jahren und es ist jetzt die beliebteste Zahlungsmethode in realen Ladengeschäften. Eine Studie der Bank of Finland zeigt, dass die Mehrheit der finnischen Verbraucher (56 Prozent) bereits 2007 Kartenzahlungen bevorzugt hat, um Konsumgüter des täglichen Bedarfs zu bezahlen. Heute ist es die bevorzugte Zahlungsmethode für 89 Prozent der finnischen Verbraucher.

Die Bank of Finland stellte außerdem fest, dass 93 Prozent der Finnen das kontaktlose Bezahlen nutzen und fast ein Drittel der Finnen während der Pandemie die Nutzung des kontaktlosen Bezahlens erhöht hat. Auch der Wert der mobilen Zahlungen ist seit Beginn der Pandemie um 62 Prozent gestiegen.

„Heute wollen die meisten von uns reibungslos ablaufende Zahlungen, nicht wahr? Ich trage nie mein Portemonnaie bei mir, sondern bezahle mit meinem Handy oder meiner Uhr“, sagt Denise Johansson, Mitbegründerin von Enfuce. „Komfort bedeutet auch, dass alltägliche Einkäufe, wie zum Beispiel ein Schokoriegel für 0,80 Euro oder das Bezahlen eines hohen Betrages für ein neues Handy ohne Plastikkarte bezahlt werden.“

Enfuce ist ein nordischer Serviceanbieter für Zahlungsmethoden, der unter anderem globale Zahlungskartenlösungen und digitale Geldbörsen implementiert. Enfuce ist auf Kartenausgabe- und Zahlungsabwicklungsdienste spezialisiert und ermöglicht digitale Zahlungen für Kunden von FinTechs, Banken, Finanzinstituten und Händlern.

Digitale Zahlungen sind deutlich günstiger zu verwalten als Bargeld

Digitale Zahlungen sind für Kunden nicht nur einfacher, sondern auch günstiger in der Abwicklung. Laut McKinseys Analyse geben Banken in Deutschland derzeit rund 2 Milliarden Euro für Dienstleistungen zur Unterstützung des Bargeldverkehrs aus. Dazu gehören der Aufbau und die Wartung von Geldautomatennetzen, die Bargeldlogistik und andere Kosten. Daher ist die Nutzung digitaler Zahlungsmöglichkeiten deutlich kostengünstiger als Bargeld – trotz der Kosten für Händler bei Zahlungskartentransaktionen.

„Digitales Geld ist nicht nur kostengünstiger, sondern auch sicherer in der Handhabung und erleichtert das Betrugsmanagement“, stellt Johansson klar.

Digitale Zahlungen sind aufgrund der Sicherheitsrisiken bei Geldtransport, Registrierkassen und Bargeldhaltung sicherer als Bargeld. Bargeld lässt sich im Fall eines Diebstahls einfach zum Bezahlen verwenden, während eine Zahlungskarte einen PIN-Code hat – und vom Besitzer gesperrt werden kann, wenn er den Diebstahl bemerkt.

Wussten Sie, dass Finnland das einzige nordische Land ist, das den Euro verwendet, aber trotzdem genauso weit fortgeschritten ist wie der Rest der nordischen Länder bei der Digitalisierung des Zahlungsverkehrs?

 

Zahlungskarten können ein Wettbewerbsvorteil sein und neue Geschäfte schaffen

Wir haben kürzlich erkannt, dass sich etablierte Player im Finanzdienstleistungssektor nur langsam entwickeln. Aufgrund der geringeren Kosten und des einfacheren Zugangs können auch nichtfinanz-Marken auf den Zahlungs- und Bankenmarkt gelangen.

In Finnland ist die Einzelhandelskette SOK einer der größten Anbieter von täglichen Bankgeschäften, da sie ihre Kundenkarten auf Zahlungskarten umgestellt hat. Auch der Berliner Lebensmittellieferdienst Gorillas prüft derzeit, wie er seinen Kunden Karten ausstellen kann.

„Wir sind fest davon überzeugt, dass Kundenkarten in naher Zukunft durch Zahlungskarten ersetzt werden. Dies würde bedeuten, dass Treueprogramme in die Zahlungskarten integriert werden und die Benutzer im Austausch ihrer Daten bessere Rückvergütungen und Dienstleistungen genießen können“, schließt Johansson.

Johansson weist auch darauf hin, dass nicht nur die Verbraucher davon profitieren, Kundenkarten in Zahlungskarten umzuwandeln. Der Händler wird neue Einnahmequellen erschließen und höchstwahrscheinlich neue Daten über seinen Kundenstamm erhalten.

Heutzutage können viele Arten von Technologie- und Einzelhandelsunternehmen auf jeden einzelnen Kunden zugeschnittene Karten entwerfen, auf den Markt bringen und anpassen. Dies ist vor allem dank moderner und engagierter Partner möglich.

Hier sind einige wichtige Erkenntnisse aus den nordischen Ländern, von denen die deutsche Zahlungsindustrie lernen könnte:

– Die Verwendung von Bargeld nimmt in Deutschland weiter ab, da die Verbraucher fortlaufend digitale Zahlungsmethoden fordern und die nordischen Länder Vorreiter bei der Einführung digitaler Zahlungen sind.
– Sowohl Verbraucher, als auch Unternehmen bevorzugen einfache und reibungslose Zahlungen, die durch kontaktloses Bezahlen, digitaleeldbörsen und andere mobilen Zahlungslösungen ermöglicht werden.
– Beim Umgang mit Bargeld fallen mehr Kosten an als beim digitalen Bezahlen.
– Digitale Zahlungen sind sicherer als Barzahlungen.
– Da sich die Finanzdienstleistungen nur langsam entwickeln, können Andere in die Zahlungsbranche einsteigen und ihren Kunden bessere Dienstleistungen anbieten.

Wie ermöglicht es Enfuce Unternehmen, Zahlungskarten in nur wenigen Wochen auszustellen?

Mehrere europäische FinTechs und Neobanken haben sich mit Enfuce zusammengetan, um Prepaid-, Debit- und Kreditkarten herauszugeben. Mit Enfuce können FinTechs, Finanzinstitute und Händler in Wochen statt Monaten zu Kartenausstellern werden, aber auch von sich bietenden Möglichkeiten zur Umsatzgenerierung profitieren.

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