Gründer Martin Buhl (links) und das Cure-Team (Bild: PR)

1,4 Millionen für Apobank-Angreifer Cure – VR Ventures investiert

Exklusiv: In wenigen Monaten startet die Neobank für Heilberufe Cure – erst mit einer Analyse-Plattform, später soll ein umfangreiches Finanzprodukt mit Bankkonto entstehen. Für die Aufbauphase erhält das Berliner Fintech nun 1,4 Millionen Euro von bekannten Geldgebern.

Das Berliner Fintech Cure Finance schließt eine Finanzierungsrunde über 1,4 Millionen Euro ab. Das junge Finanz-Unternehmen arbeitet an einem Bankangebot speziell für Ärzte und Zahnärzte. In einigen Monaten soll es mit einer Plattform losgehen, auf der die Cure-Kunden die Ein- und Ausgaben ihrer Praxen analysieren können. Im kommenden Jahr will Cure dann mit der Solarisbank auch ein Konto mit Bankkarte anbieten. „Wir glauben stark eine Vertikalisierung des Bankings – gerade die Heilberufe haben sehr spezielle Anforderungen – aus diesem Grund sind wir nicht einfach nur die nächste Neobank“, sagt Gründer Martin Buhl.

In der Finanzierungsrunde investieren der Fonds VR Ventures, der N26-Investor Ilavska Vuillermoz und namentlich nicht genannte Family Offices aus der Schweiz und Österreich sowie mehrere Ärzte und Zahnärzte. Gerade der Einstieg von VR-Ventures ist durchaus pikant. Es handelt sich dabei um einen unabhängigen Fonds, in dem Geld von mehreren Volksbanken steckt. Zum genossenschaftlichen Bankensektor gehören wie die Volksbanken auch die Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank), die der etablierte Player in dem Markt ist – zuletzt aber mit einem IT-Chaos zu kämpfen hatte.

Die veraltetere Technologie hat Angreifer wie Cure auf den Plan gerufen. Denn die Zielgruppe ist lukrativ, zum einen braucht es im Praxisbetrieb immer wieder Finanzierungen und zum anderen ist es komplex, die Geldströme zu managen. Selbst für die Geldanlage kann ein Bankpartner fungieren. Cure will sein Produkt vor diesem Hintergrund ausrollen – bis hin zu einem gemeinsamen Geräteeinkauf, um bessere Preise zu bekommen. Eine ganze Community soll so entstehen. Beim Vertrieb setzt Cure auf Partner wie beispielsweise Heilberufe-Berater.

Das Geld aus dem Funding soll nun die Produktentwicklung und Startphase finanzieren. „Nach unserem Launch Ende des Jahres wollen wir 2022 erst einmal ein- bis zweitausend Kunden gewinnen, um unser Angebot für die Zielgruppe weiter anzupassen“, sagt Buhl. Vom etablierten Player hat sich Cure bereits Expertise geholt und Cassie Kübitz-Whiteley abgeworben, die nun im Management von Cure das Marketing verantwortet.

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