Raisin-Gründer Tamaz Georgadze setzt künftig auf Kinderdepots (Bild: PR).

Zinsportal Raisin greift Trade Republic mit eigenem Kinderdepot an

Exklusiv: Nach Trade Republic und Scalable Capital zieht die Berliner Zinsplattform Raisin mit einem Kinderdepot nach. Vor allem eine Steueroptimierung soll das Produkt von der Konkurrenz abheben.

Ein weiterer Fintech-Player nimmt die jüngste Kundengruppe ins Visier: Das Berliner Fintech Raisin, bislang vor allem als Zinsplattform und ETF-Anbieter bekannt, erweitert sein Angebot um sogenannte Kinderdepots. Ab heute geht eine Warteliste live, noch im Frühjahr soll das Depot starten. Eltern können dann für ihre Kinder, je nach Risikopräferenz, in verschiedene von Raisin zusammengestellte Portfolios investieren.

Der Clou laut Raisin: Das System soll automatisiert Anteile zum passenden Zeitpunkt verkaufen und so ausreichend Gewinne erzielen, um die jährlichen Freibeträge von mehr als 13.000 Euro pro Kind vollständig auszuschöpfen – etwa den Grundfreibetrag oder den Sparer-Pauschbetrag. Mit dieser aktiven Steueroptimierung soll es dann sogar möglich sein, dass bis zu einem Betrag von rund 241.000 Euro über eine Anlagedauer von 18 Jahren keine Steuern anfallen. Die Kosten für das Depot belaufen sich auf 0,2 Prozent pro Jahr.

Tatsächlich dürften viele Eltern die Steuersparpotenziale ihrer Kinder bislang ungenutzt lassen. Dem Broker müssen sie dafür etwa einen Freistellungsauftrag erteilen und beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen. Diese Hürden wird auch Raisin ihnen nicht abnehmen können. Die automatisierte Gewinnrealisierung könnte aber immerhin die Portfoliosteuerung deutlich erleichtern.

Kein neues Produkt

Kinderdepots sind kein neues Phänomen: Klassische Filialbanken wie Sparkassen, Volksbanken oder die Deutsche Bank bieten sie schon seit Jahren an. Doch bislang blieben sie eher ein Nischenphänomen.

Zuletzt stieg die Nachfrage nach Anlagemöglichkeiten für Kinder aber spürbar – auch durch politischen Rückenwind. Mit der sogenannten Frühstartrente der Bundesregierung sollen ab diesem Jahr Kinder zwischen sechs und 18 Jahren eine staatliche Förderung von zehn Euro pro Monat für die private Altersvorsorge erhalten.

Mit dem Einstieg in den Markt für Kinderdepots zielt Raisin nun auch auf die Kundschaft der großen Digitalbroker. Trade Republic und Scalable Capital hatten ihre Kinderdepots bereits im vergangenen Jahr mit umfangreichen Marketingkampagnen eingeführt. Die Resonanz war beachtlich: Trade Republic meldete, dass innerhalb von weniger als zwei Monaten 100.000 Kinderdepots eröffnet wurden.