Roll-up-Boom: Neuer Fonds Tenet will 80 Millionen Euro einsammeln
Exklusiv: In Berlin entsteht unter dem Namen Tenet ein neuer Fonds, der sich auf Roll-ups spezialisiert hat. Einen Ankerinvestor gibt es bereits, und die Gründer visieren eine Fondsgröße von 80 Millionen Euro an. Auch einen ersten Deal kann Tenet verkünden.
Der ehemalige Start-up-Investor Martin Janicki startet mit einem eigenen Fonds. Bis Juli 2024 war er beim Frühphasen-Investor Cavalry, der heute NAP heißt, als Partner tätig. Über die Monate hat er nun im Hintergrund an einem neuen Projekt gearbeitet: Mit Tenet will er künftig sogenannte Roll-ups finanzieren. Dabei kaufen die jungen Unternehmen andere kleine Firmen wie Ingenieurbüros, Hausverwaltungen oder Steuerberatungen zusammen – mithilfe von künstlicher Intelligenz sollen sich viele interne Tätigkeiten effizienter umsetzen lassen.
Für das Team hat er Simon Lohmann von Food Labs gewonnen, der dort als Head of Investor Relations tätig war, Alex Maly vom Vermögensverwalter Clearsight und Sahil Patwa, zuvor Principal beim Wagniskapitalgeber Unbound. Einen ersten Ankerinvestor hat das Team bereits gefunden – und plant, in den kommenden Monaten insgesamt 80 Millionen Euro einzusammeln.
Chance im Mittelstand
„Der Mittelstand setzt bislang wenig Software ein, deswegen sehen wir die Chance, dass man in vielen der Firmen mit KI etwas grundsätzlich verändern kann“, sagt Fondsgründer Martin Janicki. Hinzukommt, dass viele kleinere Unternehmen derzeit Probleme haben, einen Nachfolger zu finden. Deswegen boomt der Markt der Search Funds und Roll-ups, die gerade loslegen.
Einen ersten Deal kann das Tenet-Team bereits verkünden: Taxforce will Steuerberatungskanzleien zusammenkaufen und umkrempeln. Burkhard Reffeling, ehemaliger Head of Engineering beim Payment-Unternehmen Klarna, und der ehemalige Fintech-Gründer Caspar Gerleve bauen Taxforce zusammen auf. „Die hätten innerhalb von sehr kurzer Zeit für jede Start-up-Idee auch Millionen-Investments bekommen“, sagt Investor Janicki.
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