Das ganze Gründerteam Stephan Haslebacher, Ferdinand Meyer, Anton Rummel und Ante Spittler (von links). (Bild: Lotte Ostermann)

Kreditkarten-Fintech Moss bekommt Bafin-Lizenz

Exklusiv: Moss hat von der Finanzaufsicht Bafin eine E-Geld-Lizenz erhalten – ein wichtiger Schritt für das Berliner Fintech. Damit will sich der Firmenkreditkarten-Anbieter unabhängiger von seinen Finanzpartnern machen.

Unabhängigkeit ist für Fintechs hierzulande ein hochaktuelles Thema – in Zeiten, da Investments und Partnerschaften deutlich akribischer geprüft werden, lässt es sich als Finanz-Startup gut an, wenn man doch zumindest ein bisschen Herr im eigenen Hause ist. Ein wichtiger Meilenstein dabei: das Gütesiegel einer Banken-Aufsichtsbehörde.

Gerade die Bafin geht damit in der Post-Wirecard-Ära eher sparsam um. Bei dem Berliner Firmenkreditkarten-Fintech Moss, das Anfang des Jahres 75 Millionen Euro Finanzierung bekam, hat es nun laut Finanz-Szene-Recherchen geklappt. Wie dem Bafin-Unternehmensregister zu entnehmen ist und Moss-CEO Ante Spittler auf Anfrage bestätigt, verfügt das Unternehmen seit Ende Juni über eine sogenannte E-Geld-Lizenz.

Mit der Lizenz könnte Moss beispielsweise selbst das „Issuing“ von Kreditkarten zu übernehmen, das aktuell über den maltesischen Dienstleister Transact Payment läuft. Auch Kurzzeitkredite dürfte das Unternehmen im Rahmen einer erweiterten E-Geld-Lizenz selbst anbieten, das Kreditgeschäft läuft derzeit über die Raisin Bank. Von Moss heißt es lediglich: „Vor dem Hintergrund der Lizenz werden wir schrittweise Teile von regulierten Aktivitäten selbst ausüben.“

Die Berliner wären nicht das erste Fintech, das sich auf diese Weise emanzipieren will. Erst Ende August hatte die Berliner Neobank Vivid Money den Erwerb ihrer Investment-Lizenz in Holland verkündet. Und auch der Moss-Konkurrent Pliant hat mittlerweile eine E-Geld-Lizenz beantragt – bei einer nicht genannten europäischen Aufsicht. In dem Fall spricht einiges für Finnland.

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