Generation Tech Partners startet mit 50 Millionen Euro – und will Mittelständler aufkaufen
Ein neuer Roll-up-Fonds steht in den Startlöchern: Generation Tech Partners aus Hamburg will Dienstleister im Mittelstand übernehmen und mithilfe von KI umbauen. Dahinter steht ein erfahrenes Team – mit ambitionierten Plänen.
Im deutschen Mittelstand taucht zunehmend ein neuer Käufer-Typ auf: Sogenannte Roll-up-Fonds, die etablierte Firmen aufkaufen und mit künstlicher Intelligenz umkrempeln. Zu den ersten deutschen Playern zählt Generation Tech Partners aus Hamburg, der nun mehr als 50 Millionen Euro von Geldgebern bekommen hat.
Die Hamburger Investmentfirma will inhabergeführte Dienstleister in der Nachfolge übernehmen und sie nach dem Roll-up-Prinzip zu größeren Firmen zusammenführen. Geplant sind vier bis fünf größere Unternehmen – mithilfe von künstlicher Intelligenz sollen die Firmen neu aufgestellt werden. „KI scheitert im Mittelstand selten an der Technologie, sie scheitert an der Organisation“, sagt Gründer Daniel Szabo. Wenn Technologie die Prozesse klar verbessere, seien die Menschen auch offener dafür.
Erste Deals stehen kurz bevor
Zu den überwiegend internationalen institutionellen Investoren zählen die Dachfonds Access Capital Partners und Qualitas Funds sowie ein europäischer Pensionsfonds, ergänzt durch Privatinvestoren und Family Offices. Übernommen werden sollen Dienstleister mit einem EBITDA zwischen 0,5 und 5 Millionen Euro; drei Übernahmen befinden sich in finaler Due Diligence. Mit dem Fonds und Krediten könne man ein Dealvolumen von 120 Millionen Euro stemmen, heißt es. Stellenabbau nach der Übernahme sei nicht geplant – das bestehende Team solle mitwachsen. Nach fünf bis sieben Jahren sollen die Plattformen weiterverkauft werden, bevorzugt an strategische Käufer.
Hinter dem neuen Fonds stehen drei Gründer: Elias Bitzer, zuvor Partner bei Afinum und M&A-Experte bei der Deutschen Bank, verantwortet die Deals, der KI-Experte Daniel Szabo das operative Geschäft und die Wertschöpfung, der promovierte Jurist und Seriengründer Sebastian Herfurth die organisatorische Transformation. „Wir erwerben Unternehmen und führen sie mit KI in die nächste Generation – nicht als Berater, sondern als Eigentümer“, sagt Szabo. Der Fonds sehe zwei Trends aufeinandertreffen – die Nachfolgewelle mit jährlich über 125.000 betroffenen Unternehmen, die keinen Nachfolger finden, und die noch junge KI-Adoption im Mittelstand.