Fondsmanager Beckers: Die SaaSpocalypse hat reale Gründe
Partner-Podcast: Jan Beckers gibt Einblicke in seine Investment-Strategie. Monatlich erscheint der Beckers-Bets-Podcast bei Finance Forward. In dieser Folge bespricht der Investor, welche neuen Player von der Krise der Software-Aktien profitieren – und wie der Iran-Krieg die Märkte beeinflusst.
Die Finanzmärkte stehen unter Druck. Der Iran-Krieg hat für neue Unsicherheit gesorgt und Softwareaktien befinden sich im freien Fall. Damit sind in kurzer Zeit zwei Thesen eingetreten, die BIT Capital Gründer Jan Beckers in den letzten Folgen vom Podcast „Beckers Bets“ aufgestellt hat.
Im Januar hatte er im Jahresausblick gewarnt, dass geopolitische Schocks das Hauptrisiko für 2026 darstellen könnten. Nun ist solch ein Schock mit dem Iran-Krieg eingetreten. Den bewertet Beckers differenziert. „Kurzfristig ist sowas natürlich immer erst mal Unsicherheit für die Märkte“, sagt er. Mittelfristig sehe er aber durchaus ein positives Szenario: 90 Millionen Menschen hätten lange von der Weltwirtschaft abgeschnitten gelebt. Eine echte Lösung des Konflikts könne der gesamten Region helfen, ihren Ruf als Krisenherd irgendwann abzulegen.
Ölpreis steigt – mit möglichen Folgen
Was am Finanzmarkt besonders negativ aufgenommen wird, ist der steigende Ölpreis. Der könnte auch dafür sorgen, dass langfristig die Zinspolitik beeinflusst sein könnte. Heiß, dass die Zinsen länger hoch bleiben oder sogar steigen könnten. Aber: Beckers hält Zinssenkungen trotz steigender Ölpreise weiterhin für möglich. Unter anderem, weil KI zunehmend disinflationäre Effekte in der Wirtschaft entfalte.
Als Beleg nennt er Block, das Fintech-Unternehmen von Jack Dorsey, das angekündigt hat, sich von 4.000 seiner 10.000 Mitarbeiter zu trennen. Begründung: KI-Produktivitätsgewinne. Die Aktie stieg daraufhin um rund 20 Prozent. Es gibt aber auch einen Nebeneffekt: „Wenn mehr und mehr Firmen auf diesen Zug aufspringen“, sagt Beckers, werden steigende Arbeitslosenzahlen wahrscheinlich, die sich kurzfristig nicht durch neue Jobs ausgleichen lassen.
Abseits des aktuellen Geschehens ist das eigentliche Thema der Marktphase für Beckers der Einbruch der Softwareaktien. Adobe hat mehr als 50 Prozent verloren, Microsoft zeitweise rund 25 Prozent. Die oft diskutierte Erklärung, dass einfach jeder sich seine Software jetzt selbst zusammenbaut, greift Beckers aber zu kurz. Das tiefere Problem sei der zunehmende Wettbewerb zwischen Softwareanbietern selbst: „Vielleicht ist jedermann nicht mehr in seiner geschützten kleinen Nische mit zwei, drei Wettbewerbern, sondern es kommen viel mehr Softwareanbieter mit überlappenden Produkten.“ Hinzu kämen „Software-Discounter“, die etablierten Anbietern Kunden mit vergleichbaren Produkten zu zehn Prozent der bisherigen Kosten abspenstig machen wollen. Auch die Bereitschaft der Kunden, lange Verträge abzuschließen, schwinde rapide, und zwar aus der Erwartung heraus, dass Software im nächsten Jahr ohnehin deutlich günstiger sein könnte.
Software-Exposure abgebaut
BIT Capital hat das Software-Exposure deshalb abgebaut und setzt weiter auf KI-Infrastruktur: Chips, Memory und Energie. Den strukturellen Rückenwind für diese These sieht Beckers in einer Zahl, die er für eine der wichtigsten des Jahres hält: Bereits 4 Prozent aller weltweiten Code-Änderungen stammen aktuell von Claude. Anthropic prognostiziert, dass es bis Jahresende über 20 Prozent sein könnten.
Beckers hält das sogar für konservativ. Erfahrene Softwareingenieure hätten ihm berichtet, sie hätten „in den letzten zwei, drei Monaten aufgehört, selber Code zu schreiben“ und verwalteten nun ein Portfolio von KI-Agenten. Mehr Code bedeutet mehr Rechenleistung – und der Markt unterschätze immer noch, in welchem Ausmaß die Rechennachfrage 2026 steigen werde.
Wie Jan Beckers den Iran-Krieg, den Software-Sell-off und den KI-Infrastruktur-Boom einordnet, erklärt er in der neuen Folge von Beckers Bets.
In der aktuellen Beckers-Bets-Folge sprechen Jan Beckers und Christoph Damm über
… den Iran-Krieg und seine Folgen für die Märkte.
… die SaaSpocalypse und welche Softwareunternehmen strukturell unter Druck geraten.
… KI-Infrastruktur als weiterhin wichtiges Thema für 2026.
Über den Beckers Bets-Podcast:
In Beckers Bets spricht Christoph Damm mit Jan Beckers, dem CIO und Gründer von BIT Capital. Jan ist der aktuell erfolgreichste Assetmanager Europas. Monatlich teilt er seine Meinung über die besten Investmentstrategien und wichtigsten Themen, die die Märkte dieser Welt bewegen. Dieser Podcast liefert euch Insights über Aktien, Kryptos und die aktuellen Megatrends der Investment-Welt.
Anmerkung: Der Podcast ist eine Produktion der Podstars GmbH. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei den Podstars sowie beim Host Christoph Damm. Die Bit Capital GmbH ist Presenting Partner des Podcasts.