Werbeaktion in der „Mall of Berlin“ (Bild: Smava)

Entlassungen bei Smava

Exklusiv: Nach dem Merger zwischen Smava und Finanzcheck müssen einige Mitarbeiter gehen. Die Kündigungen betreffen Jobs, die sich in den beiden Firmen gedoppelt haben.

Der Zusammenschluss der beiden Verbraucherkredit-Portale Smava und Finanzcheck kostet insgesamt knapp 50 Mitarbeiter den Job. Die entsprechenden Kündigungen seien in den Tagen vor Ostern ausgesprochen worden, berichten zwei Quellen unabhängig voneinander. Ein Smava-Sprecher wollte auf Anfrage zwar keine absoluten Zahlen nennen, bestätigte aber, dass „rund 5 Prozent der Arbeitsplätze“ abgebaut worden seien. Angesichts von insgesamt grob 1.000 Mitarbeitern, die Smava und Finanzcheck vor der Fusion zusammen beschäftigten, passt diese Angabe zu den Informationen.

Smava und Finanzcheck sind hinter Check24 die Nummer zwei bei der Online-Vermittlung von Ratenkrediten. Mitte Februar hatten die beiden langjährigen Rivalen ihren Zusammenschluss bekanntgegeben. Konkret sah der Deal so aus, dass Finanzcheck von Smava übernommen wurde und der Finanzcheck-Eigner Helllman & Friedman neben einer Cash-Zahlung Anteile an Smava erhielt (siehe zu den Details auch die Analyse „Ist Smava jetzt wirklich das dritte deutsche Fintech-Unicorn?“). Die Finanzcheck-Gründer Moritz Thiele und Andreas Kupke verließen das Unternehmen im Zuge der Fusion, die Geschäftsführung bei Finanzcheck übernahm Smava-Mitgründer Eckart Vierkant und ein weiterer Smava-Manager namens Tobias Wieschendahl.

Obwohl in dem neuen Gemeinschaftskonstrukt also eindeutig Smava die Richtung vorgibt, sollen von den Kündigungen nicht nur Finanzcheck-Mitarbeiter, sondern auch Smava-Beschäftigte betroffen sein – sogar „in fast gleichem Maße“, wie es im Umfeld des Fintechs heißt. „Im Grunde hat man sich überall dort von Mitarbeitern getrennt, wo sich Tätigkeiten durch den Zusammenschluss gedoppelt haben.“ Weitere Stellen sollen auf absehbare Zeiten nicht zur Disposition stehen. Das habe auch damit zu tun, dass die Ausfallraten im Konsumentenkreditbereich deutlich niedriger seien als zu Beginn der Corona-Krise befürchtet und die Konsumnachfrage (und damit die Nachfrage nach Verbraucherkrediten) zuletzt angezogen habe.

Sollte es tatsächlich bei einer Abbauquote von 5 Prozent bleiben, wäre das moderat. Wobei es allerdings zu berücksichtigen gilt: Schon im vergangenen Sommer hatte es infolge der Corona-Krise sowohl bei Finanzcheck (siehe „Corona: Erstes hiesiges Fintech entlässt in größerem Stil Leute“) als auch bei Smava Entlassungen gegeben.

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