Private-Equity-Investor übernimmt Inkasso-Startup Debtist
Dem Frankfurter Start-up Debtist gelingt der Exit: Der Finanzinvestor Norvestor kauft die Mehrheit. Dabei soll sich der Firmenwert auf mehr als 100 Millionen Euro belaufen. Was steckt dahinter?
Der skandinavische Private-Equity-Investor Norvestor steigt beim Inkasso-Startup Debtist ein und übernimmt die Mehrheit der Firma, wie Finance Forward vorab erfahren hat. Aus Finanzkreisen heißt es, die Firmenbewertung liege bei mehr als 100 Millionen Euro. Offiziell schweigt das Start-up zu der Bewertung. Die Gründer Matteo Benedetti, Tony Zabel und Brandon Baumgarten bleiben operativ an Bord.
Debtist wurde 2023 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Frankfurt am Main. Das Unternehmen betreibt eine eigenentwickelte, KI-basierte Plattform für Forderungsmanagement und Inkasso, die die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt – vom vorgerichtlichen Mahnwesen bis zur langfristigen Forderungsüberwachung. Zu den Firmenkunden gehören etwa die Unternehmen Copecart oder DeepL. Aktiv ist das Start-up derzeit in Deutschland, den nordischen Ländern und im Vereinigten Königreich.
Stärkere Expansion geplant
Aktuell beschäftigt Debtist rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erreicht einen annualisierten Umsatz von 15 Millionen Euro. Im Oktober 2023 hatte das Startup eine Pre-Seed-Runde abgeschlossen. Beteiligt waren die Fonds āltitude und 10x Value Partners sowie mehrere Business Angels.
Mit dem strategischen Investor will das Finanz-Start-up nun die europäische Expansion stärker vorantreiben. Der Inkassomarkt befindet sich schon länger im Umbruch: Private-Equity-Investoren sind in den vergangenen Jahren dort eingestiegen, etwa beim Konkurrenten Pair Finance.