Check24-Gründer Henrich Blase spricht auf der Finance-Forward-Konferenz (Bild: FFWD).

„Man muss Nischen finden, in denen Google und Amazon nicht gut sind“ – Check24-Gründer Henrich Blase im FinanceFWD-Podcast

Henrich Blase ist einer der erfolgreichsten deutschen Digital-Gründer. Mit seiner Vergleichsplattform Check24 hat er sich gegen große Wettbewerber behauptet – und will sich neben Google und Amazon als wichtigster Plattformspieler auf dem deutschen Markt etablieren. Im Interview hat er über neue Produkte, die Kritik von Verbraucherschützern und den Werten eines Familienunternehmens gesprochen.

Schon 2003 war Henrich Blase klar, wer die größten Gegner sind: die beiden Tech-Unternehmen Amazon und Google. An ihnen komme ein Unternehmen, das sich an Endkunden richtet, nicht vorbei, sagt er. Mit dem Vergleichsportal Check24 hat er in Deutschland einen Hidden Champion aufgebaut. Über seine Plattform vermittelt die Firma Versicherungen und Bankkonten, aber auch Reisen oder Nachhilfelehrer. „Man muss Nischen finden, in denen Google und Amazon nicht gut sind“, sagt Blase auf der Bühne der Finance-Forward-Konferenz. Das Ziel seiner Firma sei es, in Deutschland zur Nummer drei nach Amazon und Google aufzusteigen – unter den Plattformen für Waren und Dienstleistungen.

Check24, das Umsätze im Bereich von einer Milliarde Euro machen dürfte, testet ständig neue Produkte. Nicht sehr bekannt sei beispielsweise der Steuerservice, den das Vergleichsportal aufgebaut hat und so Platzhirschen wie Buhl Konkurrenz mache, sagt Blase. „Wir haben eine Bank“ – mit dem Bankkonto plane Check24 künftig auch „Buy now, pay later“-Produkte anzubieten, also Rechnungs- oder Ratenkauf, nach dem Vorbild von Klarna.

Kein Umfeld wie in deutschen Konzernen

Das Vergleichsportal gründet für alle neuen Produkte eigene Firmen. „Das Umfeld darf nicht an deutsche Konzerne erinnern“, sagt Henrich Blase. Eigenständig – mit einem eigenen Entwicklerteam – setze ein neues Management die Ideen um. Der interne Wettbewerb sei hilfreich, ein Vorbild dabei sei die Reiseplattform Booking, bei dem die Entwicklerteams der App für die Betriebssysteme Apple und Android im „totalen Wettbewerb“ stehen würden.

In diesem Verfahren entwickelt Check24 auch eigene Produkte, die es im Vergleich auflistet. Mit einem eigenen Kreditangebot fülle es Lücken, die die Banken nicht bedienen würden. „Die ganz großen Innovationstreiber sind deutschen Banken nicht“, sagt Blase. Trotzdem bevorzuge Check24 die eigenen Produkte nicht im Vergleichsranking, betont der Check24-Gründer.

Als eigenfinanzierte Firma steht Check24 in der aktuellen Krise gut da. Eine Zeit für Übernahmen? „Die Bewertungen sind immer noch viel zu hoch“, sagt Blase. Sollten einzelne Funktionen passen, die Unternehmen entwickelt haben, würde das Unternehmen diese dazukaufen. „Wir haben immer wieder Firmen geräuschlos übernommen und integriert“, sagt Henrich Blase, beispielsweise die Affiliate-Seite Tarifcheck.

Was er über einen Merger mit dem Konkurrenten Verivox, einem Börsengang und die Sicht auf Verbraucherschützer sagt, das erfahrt ihr bei Finance Forward.

Im FinanceFWD-Podcast spricht Blase über …

… seinen zurückhaltenden Auftritt
… die Produktstrategie
… die Kritik der Verbraucherschützer
… den Weg an die Börse

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