Die Sparkassen haben es als Erstes geschafft. (Bild: m_strau)

Bafin hat erste PSD2-Schnittstelle abgenommen

Exklusiv: Banken und Fintechs stritten in den vergangenen Monaten über die Umsetzung der neuen Datenschnittstelle. Die Finanzaufsicht Bafin schritt ein und kündigte eine Vermittlung an. Die Schnittstelle der Sparkassen hat die Behörde nun als Erstes durchgewunken.

In den regelmäßigen Workshops trafen zwei Welten aufeinander. Die Vertreter der Kreditwirtschaft, also Banken wie die Sparkassen und Volksbanken, diskutierten mit der Fintech-Branche über die zweite EU-Zahlungsdiensterichtlinie, auch PSD2 genannt.

Im Kern geht es darum, wie die Datenschnittstellen der Banken künftig aussehen sollen, die sie neuen Anbietern wie Fintechs zur Verfügung stellen müssen. Die Fintechs können dadurch zum Beispiel verschiedene Konten in einer App zusammenfassen und auswerten. Einen solchen Service bieten beispielsweise Finanzguru und Numbrs an. Über die Buchhaltungssoftware Datev können Firmen aber auch die Zahlung der Gehälter veranlassen.

Die Bafin-Abnahme wird mit Spannung erwartet

Bei der Umstellung auf die neue Datenschnittstelle kam es zu zahlreichen Problemen für die Kunden, die teilweise nicht mehr auf ihre Konten zugreifen konnten. Die Bafin verschob die Frist für die Einführung und versuchte zu vermitteln. Dafür holte sich die Behörde Feedback von den Fintechs und plant, eine Liste der Institute auf ihrer Homepage veröffentlichen, bei denen es keine Probleme mehr gibt. Nach der Veröffentlichung beginnt eine sogenannte Marktbewährungsphase von drei Monaten, in der die Drittanbieter wie Fintechs auf die neue Schnittstelle umsteigen sollen.

In der Branche wird dieser Vorgang mit Spannung erwartet. Nun hat die Bafin den ersten Namen veröffentlicht: Die Sparkassen, NordLB und BayernLB besitzen demnach die erste Schnittstelle, die die Bafin abgenommen hat. Marktbeobachter gehen davon aus, dass diese Veröffentlichung Druck auf den Markt ausübt und andere Banken sich ebenfalls bemühen, das Verfahren schnell erfolgreich zu durchlaufen.

Florian Haagen, Chef von finAPI, einem Anbieter der verschiedene Kontoschnittstellen für Firmen zusammenfasst, wertet dies als ein positives Zeichen: „Wir freuen uns, dass die Schnittstelle den geforderten Reifegrad erreicht hat und wir unseren Kunden jetzt auch ohne Einschränkungen die Nutzung empfehlen können.“ Auch der FinTecSystems-Gründer Stefan Krautkrämer zeigt sich zufrieden über die Zusammenarbeit mit den Sparkassen: „Die PSD2-Schnittstelle der Sparkasse ist reif für die Marktbewährung – wir testen sie jetzt unter realen Bedingungen.“

Hinweis: Das Zitat von Stefan Krautkrämer wurde nachträglich ergänzt. Bild: Bestimmte Rechte vorbehalten von m_strauch

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