Anton Langbroek ist General Manager DACH und CEE bei Mambu (Bild: Mambu)

Die Cloud ermöglicht eine neue Ära des Bankings

Neobanken haben sich fest in der Finanzwelt etabliert. Aber was steckt hinter ihrem Erfolg? Ganz einfach: Cloud-basierte Konnektivität. Erfahre, wie die Cloud sinnvoll zum Einsatz kommt und wie sie traditionellen Banken bei der digitalen Transformation weiterhilft.

Neobanking hat sich heute als fester Bestandteil der Finanzwelt etabliert, insbesondere bei jüngeren Verbrauchern. Dabei haben Marktführer wie N26 und Revolut in Deutschland wiederholt gezeigt, dass Neobanken keinen starren Prozessen folgen müssen, um erfolgreich zu sein.

Was steckt also hinter dem Erfolg der Neobanken? Ganz einfach: Cloud-basierte Konnektivität.

Fakt ist: Für traditionelle Banken ist ein Wechsel zu einer flexibleren und kundenzentrierten Arbeitsweise erforderlich. Dabei fehlt es dem klassischen Bankenmodell jedoch an Agilität, um auf die Bedürfnisse der heutigen Verbraucher angemessen zu reagieren. Daher ist eine Cloud-Infrastruktur für die digitale Transformation – sowie für die Zukunft der traditionellen Banken – von entscheidender Bedeutung. Entsprechend wurden sie mit dem Einzug der Cloud in die Branche von SaaS-Anbietern wie Mambu dabei unterstützt, ihre Geschäftsprozesse durchgängig zu digitalisieren.

Wie die Cloud sinnvoll zum Einsatz kommt

Da nicht jeder das Cloud-Konzept versteht, dürften viele traditionelle Unternehmen auch weiterhin auf ihre statischen, wartungsintensiven und ineffizienten Alt-Systeme setzen. Die Folge: Sie können die steigenden Bedürfnisse der Konsumenten zunehmend schlechter bedienen, was letztlich auch ihren langfristigen Erfolg in Frage stellt.

Durch die Nutzung einer leistungsstarken Cloud-nativen Infrastruktur können Banken dagegen ungeahnte Erfolge erzielen, denn sie ermöglicht eine höhere Kosteneffizienz, verbessert die Geschwindigkeit und Sicherheit – und bietet umfangreiche Möglichkeiten zur Erweiterung. Die massenhafte Auslagerung von Kundendaten in die Cloud reduziert zudem die Geschäftskosten einer Bank erheblich, da keine physischen Rechenzentren mehr erforderlich sind. Darüber hinaus spart die Cloud auch Zeit: Herkömmliche IT-Strukturen benötigen oft Stunden, um Kundendaten zu extrahieren. Die Cloud dagegen arbeitet mit einem Ökosystem an APIs. Dadurch können Banken sowohl interne als auch externe Prozesse innerhalb von Sekunden oder Minuten durch Echtzeitverarbeitung optimieren.

Ein weiterer strategischer Vorteil ist der erhöhte Schutz in der Cloud. Denn das Bankwesen ist heute bereits durch eine starke Regulierung geprägt und Banken unterliegen einem zunehmenden Druck, ihre Sicherheitssysteme noch weiter zu verbessern. In der Vergangenheit wurden im Falle eines Datendiebstahls oft die persönlichen Daten von Millionen von Bankkunden öffentlich gemacht, woraufhin die betroffenen Banken hohe Geldstrafen zahlen mussten. Dagegen bringt die Migration in eine Cloud-Infrastruktur viele Vorteile mit sich: So können unter anderem unnötige physische Rechenzentren geschlossen werden, und die Anpassung an saisonbedingte Schwankungen erfolgt durch die Anmietung von Servern, anstatt diese das ganze Jahr über zu betreiben.

Diese Beispiele zeigen, wie Cloud-basierte Infrastrukturen bestehenden Legacy-Systemen schon heute den Rang ablaufen. Aber wie lässt sich dieses Maß an Konnektivität in Banken am besten umsetzen?

Die richtige Balance finden

Wenngleich die Pandemie die Digitalisierung der Kundeninteraktionen beschleunigt hat, bleiben persönliche Serviceleistungen in der Finanzbranche nach wie vor wichtig. Nur werden sie in Zukunft eben anders aussehen.

Die COVID-Pandemie hat dazu geführt, dass heute 58 Prozent aller weltweiten Kundeninteraktionen digital sind. Das bedeutet, dass Banken und andere Unternehmen sich umstellen müssen, um ihre Kundenerlebnisse über neue Kanäle zu optimieren. Die Deutsche Bank hat bereits zu Beginn der Pandemie deutlich gemacht, dass sie darin auch eine Chance zur Kostenreduzierung sieht und bis Ende 2023 nur noch 550 Filialen unterhalten will. Insgesamt könnten im Jahr 2023 in Deutschland bis zu 40 Prozent des derzeitigen Filialnetzes verschwunden sein.

Die Nutzung von digital optimierten Lösungen in der Cloud ermöglicht es, operative und datenbezogene Silos aufzubrechen und sich noch stärker an den Bedürfnissen der Kunden zu orientieren. Banken können agiler als je zuvor handeln, da für jeden Kunden jederzeit Analysen möglich sind. Dadurch können Banken personalisierte Produkte und Services entwickeln, um mehr Kunden zu gewinnen, die Kundenbindung zu erhöhen und Loyalität zu schaffen.

Cloud-orientierte Lösungen ermöglichen es Unternehmen zudem, die für die Produktimplementierung erforderliche Zeit zu verkürzen. Die Cloud vereinfacht Produkttests, sodass Finanzinstitutionen ihre Innovationen in Echtzeit testen können und in der Lage sind, schnell auf eine Akzeptanz oder Ablehnung durch den Markt zu reagieren.

Bedenkt man, dass riesige Mengen an Informationen oft schnell zugänglich sein müssen, stellt sich die Frage, wo die Daten gespeichert werden und wie sich das auf die Geschäftsabläufe auswirkt. Cloud-Services stimmen Front- und Back-Office-Abläufe aufeinander ab, indem sie Datenpunkte an einem einzigen Speicherort beim Serviceanbieter zusammenführen, automatisieren und verknüpfen.

Und es sind vor allem die Fintechs von morgen, die diesen Wandel in puncto Agilität, Benutzerfreundlichkeit und Effizienz vorantreiben.

Wie können Fintechs helfen?

Banken mit einer Legacy-Infrastruktur stehen seit der Pandemie vor einem ernsten Dilemma: Sie müssen sich weiterentwickeln, sonst werden sie schließlich verschwinden. Viele Unternehmen machen sich die Prinzipien einer API-gesteuerten Bankingplattform bereits zu eigen, um Innovationen voranzutreiben. Die traditionellen Banken nehmen diese Bedrohung durch Neobanken und Challenger sehr ernst.

Allerdings ist trotz der unbestrittenen Verbreitung des rein digitalen Bankings in vielen Märkten die Akzeptanz in Deutschland immer noch relativ niedrig. Obwohl 44 Prozent offen für digitales Banking sind, besaßen 2020 nur zehn Prozent der Verbraucher in Deutschland ein rein digitales Bankkonto.

Bei jüngeren Kunden ist dies jedoch anders – 60 Prozent der Neobank-Nutzer sind unter 36 Jahre alt. Sie verfügen überwiegend über ein hohes Einkommen und leben in Großstädten – und unterscheiden sich somit deutlich von den Nutzern traditioneller Banken. Fast 80 Prozent der Millennials in Deutschland bevorzugen digitale Bankdienstleistungen, um ihre Finanzen zu regeln – und eine wachsende Zahl nutzt Mobilgeräte für die alltäglichen Bankgeschäfte. Mit anderen Worten: Um auch in Zukunft relevant zu bleiben, müssen sich die Banken digitalisieren – und sie brauchen dabei Unterstützung.

Anbieter von Cloud-nativen Diensten und SaaS-Lösungen können klassische Banken bei der Migration ihrer bestehenden Architektur in eine moderne, agile Umgebung unterstützen. Ein Beispiel: ABN AMRO hat mit ihrem digitalen „Speedboat“ New10 ein erfolgreiches digitales Spin-off gelauncht. Oder auch die Raiffeisen Centrobank AG (RCB), die ihre Raiffeisen Digital Bank Brand eingeführt hat. Diese bietet Kunden komplett digitale Kredite – einfach und schnell. Durch den Einsatz erstklassiger Cloud-Technologien hat die RCB ein rein digitales Angebot geschaffen, mit dem Kunden Zeit sparen und Kredite sicher sowie ohne versteckte Gebühren aufnehmen können.

Die großen Banken verlassen sich heute in hohem Maße auf Fintech-Anbieter als moderne Technologiepartner. In der Tat hat eine Studie in Zusammenarbeit mit dem deutschen Bundesfinanzministerium 2021 ergeben, dass zehn Prozent aller neuen Startups in Deutschland seit 2018 Fintechs sind. Damit stehen Finanztechnologien im deutschen Startup-Ökosystem gleich an zweiter Stelle.

Das zeigt: Fintechs spielen zunehmend eine wichtige Rolle bei der Einführung von Cloud-basierten Services, und dieser Trend wird das Wachstum in der Branche noch weiter vorantreiben.

Die Zukunft des Bankings liegt in der Cloud

Sicher ist, dass Cloud-native Lösungen ein effizienter Weg sind, um die Konnektivität zwischen verschiedenen Bankinfrastrukturen zu gewährleisten – und dass sie damit auch für die traditionellen Anbieter die Zukunft darstellen.

Um mit den Vorreitern der Branche Schritt zu halten, sollten Banken daher mit Fintechs wie Mambu zusammenarbeiten, um eine reibungslose Integration der neuen Technologien zu gewährleisten. Denn dank dieser Cloud-nativen Player können auch klassische Anbieter Produkte und Services entwickeln, die Verbraucher an Neobanken so schätzen.

Kurz gesagt: Traditionelle Banken müssen in Cloud-Technologien investieren, um sich auch in Zukunft bei der digitalen Transformation der Finanzwelt erfolgreich zu behaupten.

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