Jan Beckers zählt zu den Urgesteinen der Berliner Startup-Szene (Bild: PR)

Der KI-Wettbewerb nimmt Fahrt auf

Partner-Podcast: Jan Beckers gibt Einblicke in seine Investment-Strategie. Monatlich erscheint der Beckers-Bets-Podcast bei Finance Forward. In dieser Folge spricht Beckers über NVIDIAs potenzielle Bedrohung durch Google und teilt seinen Blick auf den KI-Markt.

Jan Beckers schaute sich zuletzt in den USA auf der UBS Tech Conference in Arizona um – einer der großen Tech-Konferenzen mit mehreren hundert Unternehmen, darunter die gesamte Chip-Wertschöpfungskette des US-Bundesstaats. Neben bekannten Unternehmen aus dem Silicon Valley und New York sind hier auch diverse Chip-Fabriken vertreten, unter anderem baut TSMC neue Produktionen auf. Beckers nahm dort eine positive Stimmung wahr: Die frühzeitigen Ängste vor einer KI-Blase seien vorerst abgelegt. Insbesondere neue Modelle wie Gemini 3 von Alphabet lieferten neue Impulse, und viele Banken blieben weiterhin optimistisch, getrieben von KI als Kerntechnologie, die in zahlreichen Branchen zusätzliche Nachfrage erzeuge.

Ein zentrales Thema sei die Diskussion um Chips gewesen: Bisher galten für KI-Workloads vor allem GPUs (Graphics Processing Units) von NVIDIA als non-plus-ultra. GPUs  werden traditionell für das Training und die Berechnung von KI-Modellen genutzt. Jetzt bringt Google mit seinen TPUs (Tensor Processing Units) eine potenzielle Alternative ins Spiel. Die Chips der Firm wurden bislang nur intern verwendet, könnten jetzt aber eventuell auch extern einsetzbar werden. Meta hat zuletzt wohl darüber nachgedacht, die Google-Chips in seinen Rechenzentren zu verwenden.

Jan Beckers sieht das Monopol von NVIDIA deshalb teilweise bröckeln: „Weiterhin besteht eigentlich kein Zweifel daran, dass NVIDIA mit all seiner Erfahrung die besten Chips herstellt und das auch zu den günstigsten Kosten“, sagt er. Allerdings habe das Tech-Unternehmen eine sehr hohe Marge, was Raum für Wettbewerb biete. Google habe mit seinen TPUs ein starkes Produkt entwickelt, das sowohl für Training als auch für Inferenz von KI-Modellen geeignet sei. Für sehr große Kunden wie Meta könnten TPUs eine echte Alternative werden. Beckers betont jedoch, dass NVIDIA weiterhin das am besten ausgereifte Ökosystem rund um CUDA aufgebaut habe. Dabei handelt es sich um eine Software von NVIDIA, die es ermöglicht, die Rechenleistung ihrer Grafikkarten optimal zu nutzen, zum Beispiel für KI-Anwendungen. Für „Otto-Normal-Kunden“ sei ein Wechsel zu TPUs daher nicht trivial. Insgesamt sehe er den Wettbewerb wachsen, ohne dass NVIDIA seinen dominanten Status verliere.

Darüber hinaus hebt Beckers die langfristigen strukturellen Vorteile von Alphabet hervor. Mit Gemini 3 hat Google ein Modell, das auf TPUs trainiert wurde und mittlerweile in vielen Berichten als eines der besten KI-Modelle gilt. Google habe schon früh auf KI gesetzt, seine Rechenkapazitäten selbst aufgebaut und über 20 Jahre einen Datenschatz angelegt, der dem Unternehmen einen klaren Vorteil verschafft. Dieser Erfolg erleichtere es auch, Top-Talente zu halten und neue anzuziehen – ein entscheidender Faktor in einem wettbewerbsintensiven Markt.

Apropos Markt: Beckers betont, dass der KI-Markt insgesamt hochdynamisch bleibt. Der Chipboom setze sich fort, und auch Zulieferer profitierten von einer starken Nachfrage. Insbesondere Komponenten für die optische Kommunikation zwischen Chips würden wichtiger, und Energieeffizienz bleibe ein zentraler Kostentreiber. Parallel sieht Beckers Fortschritte bei KI-Anwendungen in fast allen Branchen: Selbst wenn sich die Modelle nicht mehr verbessern würden, sei der Nutzen bereits so hoch, dass jetzt der Rollout und die Anpassung auf einzelne Branchen im Vordergrund stünden.

Das eröffnet Chancen für Unternehmen, die KI effizient nutzen, um Prozesse oder Produkte besser und günstiger anzubieten. Beckers nennt Beispiele wie Versicherungen, die durch KI ihre Policen fünf Prozent günstiger anbieten könnten als der Wettbewerb, was schnell zu Verdopplung oder Verdreifachung der Nachfrage führen könne. Für 2026 erwartet er daher, dass sich die großen Gewinner aus dem KI-Jahr 2025 weiter etablieren und neue Anwender ebenfalls starke Sprünge machen könnten.

Wie Google vom Search-Unternehmen zum KI-Player wurde, erklärt Jan Beckers in der neuen Folge von Beckers Bets.

In der aktuellen Beckers-Bets-Folge sprechen Jan Beckers und Christoph Damm über …
… die UBS Global Technology and AI Conference in Arizona.
… Google als KI-Player.
… KI-Unterbranchen, die auch 2026 spannend sein könnten.