Social Media als Business-Inspiration: Fußballer und Investor Mario Götze (Bild: Lukas Korschan)

Wie ich LinkedIn als Business Angel nutze

Mit Eintracht Frankfurt startet Mario Götze bald in die neue Bundesliga-Saison. Neben dem Platz agiert er seit Jahren als Start-up-Investor. Hier verrät er, wie er dabei Social Media einsetzt.

Wenn ich nach meinem Lieblings-Netzwerk in den sozialen Medien gefragt werde, ist meine Antwort inzwischen: LinkedIn. Die Plattform besteht aus weit mehr als Likes, Kommentaren und Shares, wie man es von anderen Netzwerken kennt. Für mich ist LinkedIn zu einem Business-Tool geworden, mit dem ich meine Interessen abseits des Platzes voranbringen kann.

Bei Geschäfts- und Start-up-Themen will ich immer auf dem neusten Stand bleiben. Ich sehe das als Teil meiner Verantwortung, ein guter Business Angel zu sein. Nur wenn ich die wichtigsten Neuigkeiten mitbekomme und bei Trends auf dem aktuellen Stand bin, kann ich fundierte Entscheidungen treffen. Neben den gängigen Wirtschaftsmagazinen ist LinkedIn dafür eine meiner ersten Anlaufstellen. Auch Updates zu Investmentrunden und neuen Fundings hole ich mir in großen Teilen über LinkedIn. Hier werden Themen nicht nur kompakt zusammengefasst, sondern von Usern eingeordnet. Natürlich gilt: Man muss wissen, wem man folgt, um gute Analysen zu lesen – Harry Stebbings (29) ist hier ein gutes Beispiel.

Darüber hinaus lasse ich mich beim Durchscrollen auch gerne einfach inspirieren. Die Plattform bietet vor allem in Bezug auf neue Geschäftsmodelle kreative Ansätze und Ideen.

Neupositionierung der Personal Brand

LinkedIn ist für mich aber auch ein Marketing-Instrument. In der öffentlichen Wahrnehmung war ich lange Mario, der Fußballspieler. Doch um an die richtigen Deals zu kommen, braucht es Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Kompetenz – Eigenschaften, die sich nicht über Nacht bilden lassen. Ich versuche, durch meine Kommunikation einen gewissen Status aufzubauen und Vertrauen zu gewinnen.

Diese Transformation der Personenmarke vom reinen Sportler zu einem ernstzunehmenden Business Angel ist nicht leicht. Gerade mit einer langfristigen Perspektive über die sportliche Karriere hinaus ist sie aber enorm wichtig. LinkedIn habe ich dabei als den idealen Hebel identifiziert. Auf der Plattform kann ich sowohl inhaltlich in die Tiefe gehen als auch die richtige Zielgruppe erreichen.

Seit einigen Jahren habe ich daher begonnen, in meine LinkedIn-Präsenz zu investieren – und das meine ich nicht im monetären Sinne. Sondern mit Zeit. Mit Haltung. Und mit Inhalten, die nicht nur PR sind, sondern echte Einblicke geben sollen: in meine Investmentphilosophie mit meiner Firma Companion-M, in meine Learnings, in meine Interessen.

Ein „Give and Take“ mit den Gründern

Mir geht es mit meinen Postings auf LinkedIn nicht ausschließlich um Reichweite. Mindestens genauso wichtig ist die Qualität der erreichten Kontakte. Ich will mein Netzwerk stetig erweitern, denn ein gutes Netzwerk ist ein wertvolles Asset. Ich kann inzwischen aus Erfahrung sagen, dass bei einigen interessanten Menschen aus dem Business-Umfeld, der Erstkontakt durch LinkedIn entstanden ist.

Dabei geht es mir in den meisten Fällen nicht darum, an einem konkreten Projekt zusammenzuarbeiten, sondern viel mehr, Ideen und Erfahrungen auszutauschen. Und dennoch gab es auch schon Intros zu spannenden Gründern, die schlussendlich zu einem Investment geführt haben.

Ich will bei meinen Beteiligungen nicht ein bekannter Name auf einer Investorenliste sein, sondern ein Partner, der auch einen Mehrwert bietet. Dazu gehört neben einem regelmäßigen Austausch, dass ich meine Kanäle für das Start-up nutze. Ich teile meine Investment-Updates gerne auf LinkedIn und versuche dabei Einblicke zu geben, weshalb ich an die Vision glaube, was mich an den Gründerinnen und Gründern überzeugt hat oder wie sich das Funding auf die Ausrichtung des Unternehmens auswirkt. Für die Start-ups bedeutet das zusätzliche Reichweite. Meine Posts erreichen aber nicht nur mögliche Konsumenten, sondern auch business-relevante Kontakte. So profitieren letztendlich beide: das Start-up und ich als Investor.