Stablecoin-Wette: Wagniskapitalgeberin Lisa Sorg schaut sich für Atomico nach vielversprechenden Kryptofirmen um (Foto: [M] PR, manager magazin)

Warum Klarna-Investor Atomico auf eine neue Kryptoära wettet

Atomico gehört zu den einflussreichsten Start-up-Finanzierern Europas. Deutschlandchefin Lisa Sorg erklärt im Podcast, weshalb die Gründerszene gerade einen Wendepunkt erlebt – und warum sie 2026 auf Stablecoins wettet.

Als Klarna-Gründer Sebastian Siemiatkowski (44) im September die Glocke der New Yorker Börse läutete, knallten in Berlin die Korken. „Wir haben im Livestream mitgefiebert und im Office mit angestoßen“, erzählt Investorin Lisa Sorg (31) im Finance-Forward-Podcast.

Sorg leitet das Deutschlandbüro von Atomico, einem der einflussreichsten Wagniskapitalgeber Europas. Die Investmentfirma von Skype-Gründer Niklas Zennström (59) stieg bereits 2012 bei Klarna ein. Mit dem Börsengang des schwedischen Bezahldiensts gelang ihr jetzt ein kleiner Coup: Nach Schätzungen des manager magazins  dürfte Atomico rund 30 bis 50 Millionen Dollar daran verdient haben.

Reif für die Billionenfirma

Börsengänge von europäischen Tech-Firmen sind in den vergangenen Jahren selten geworden. Doch die Stimmung helle sich gerade wieder auf, auch dank solcher Vorbilder. Das zeige sich auch in Atomicos jährlicher Gründerbefragung, sagt Sorg: „Der diesjährige Report ist wahrscheinlich so positiv wie noch nie in den letzten zehn Jahren.“

Die Zahl der neuen Gründer ist laut Atomicos „State of European Tech“-Report  in diesem Jahr auf 27.000 geklettert – ein neuer Höchststand. Der Kontinent bringe zunehmend auch eigene Champions wie Lovable oder Black Forest Labs  hervor, die in ihrem Feld international führend seien. Lange habe man sich Milliardenfirmen nicht vorstellen können. „Mittlerweile können wir uns eher die Frage stellen, ob wir es schaffen, in Europa ein Billionen-Unternehmen zu bauen“, sagt Sorg.

Wette auf Stablecoins

Auf der Suche nach einer möglichen Fortsetzung für den Klarna-Coup schaut sich Atomico aktuell das Thema Stablecoins genauer an. Die Kryptowährungen, die in der Regel ein zu eins an den Dollar oder Euro gekoppelt sind, gelten als vielversprechende Zahlungslösung: genauso stabil wie die Leitwährungen, aber dank der unterliegenden Blockchain-Technologie viel schneller und günstiger bei internationalen Überweisungen.

„Für den Endkonsumenten ist der Moment wahrscheinlich noch nicht gekommen, aber auf der Unternehmensseite haben Stablecoins mittlerweile Einzug in vielen Boardrooms gefunden“, sagt Sorg. Auch bei Atomico habe man schon mit dem Gedanken gespielt, die Gehaltszahlungen oder sogar das gesamte Finanzmanagement auf Stablecoins laufen zu lassen. Der wahre Wert liege dabei in der Blockchain-Infrastruktur. „Da haben wir eventuell auch schon in eine Firma investiert“, so Sorg.

Im Podcast „Finance Forward“ sprechen wir alle zwei Wochen mit den spannendsten Persönlichkeiten aus der neuen Finanzwelt – über Fintechs, Fonds, Krypto und Family-Offices. Sie können den Podcast über manager-magazin.de sowie auf SpotifyApple und Deezer abonnieren.