Flatpay-Gründe Sander Janca-Jensen, Rasmus Busk und Peter Lüth (Bild: PR).

Sumup-Angreifer Flatpay sichert sich 145 Millionen und steigt zum Unicorn auf

Mit niedrigen Gebühren wollen sie sich als Alternative zum Payment-Giganten Sumup positionieren, jetzt sammeln die Gründer des dänischen Fintechs Flatpay neues Funding ein und erreichen eine Milliardenbewertung. Mit dem Geld plant das Unternehmen, sein Wachstum weiter zu befeuern.

Das dänische Zahlungs-Fintech Flatpay sichert sich frisches Kapital: 145 Millionen Euro erhält es vom französischen Investor AVP und Smash Capital aus Kalifornien. Auch Bestandsinvestoren legen nach. Die neue Firmenbewertung beläuft sich laut Unternehmen auf 1,5 Milliarden Euro – und macht es zum dänischen Start-up, das am schnellsten zum Einhorn aufgestiegen ist. Das Geld soll nun in das weitere Wachstum und die Expansion in neue Märkte fließen.

Seit seiner Gründung 2022 ist das Start-up stark gewachsen – allein in den vergangenen zwölf Monaten wuchs der Umsatz laut eigenen Angaben um 400 Prozent. Mittlerweile beschäftigt Flatpay mehr als 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verfolgt steile Ziele: Bis 2029 will es die Zahl der Vollzeitbeschäftigten um das Zehnfache steigern.

Der Kernmarkt des Zahlungsanbieters ist Deutschland. Hier beschäftigt Flatpay 540 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zählt rund 20.000 Kunden. Es dürfte allerdings noch deutlich hinter dem Platzhirsch Sumup liegen, der weltweit vier Millionen Kunden zählt. Ein größerer Teil davon dürfte auf Deutschland entfallen, ebenfalls einer von Sumups stärksten Märkten.

Koalition plant Digital-Pflicht

Hinter Flatpay stehen die Seriengründern Sander Janca-Jensen, Rasmus Busk, Rasmus Hellmund Carlsen und Peter Lüth. Unter anderem Dawn Capital, Seed Capital, und Fußballer Mario Götze haben bislang den Aufbau finanziert.

Die Dänen wollen mit einem günstigeren Preis angreifen, vor allem kleine Restaurants, Kioske oder Cafés stehen im Fokus. Das Zahlungsterminal geben sie kostenlos aus, pro Transaktion werden 1,29 Prozent fällig. Im Basismodell von Sumup sind es dagegen 1,39 Prozent und die Hardware ist kostenpflichtig.

Laut einer Bitkom-Studie liegt der Anteil digitaler Zahlungen in Deutschland im Einzelhandel bei rund 60 Prozent. Ein noch höherer Anteil würde laut Bitkom gern digital bezahlen. Union und SPD planen daher, Betriebe zu verpflichten, auch digitale Zahlungsmethoden anzubieten. Noch ist allerdings unklar, wann es tatsächlich dazu kommen könnte. Sicher ist dagegen: Den Markt würde es für beide Player entscheidend vergrößern.