Girokonto mit Krypto-Wallet: Deblock bekommt 30 Millionen Euro
Exklusiv: Eine Gruppe aus ehemaligen Managerinnen und Managern von Revolut und Ledger bauen eine Banking-App mit eingebautem Self-Custody-Wallet. Für die Expansion sammeln sie 30 Millionen Euro ein. Auch deutsche Geldgeber beteiligen sich.
Sie wissen, wie man starke Finanz-Apps baut: Aaron Beck, Adriana Restrepo, Jean Meyer und Mario Eguiluz haben in Führungspositionen bei der Neobank Revolut und der Kryptowallet-Firma Ledger gearbeitet. Im vergangenen Jahr starteten sie dann eine App, die die Funktionen beider Start-ups kombinieren soll: digitales Banking mit einer selbstverwalteten Kryptowallet.
Bewertung steigt auf 180 Millionen Euro
In einer neuen Finanzierungsrunde erhält das Team nun 30 Millionen Euro. Der Geldgeber SpeedInvest führt die Runde an. Daneben investieren auch CommerzVentures und Latitude sowie Bestandsinvestoren wie Headline, 20VC und Kraken Ventures. Insgesamt 26 Millionen Euro hatte Deblock in vergangenen Finanzierungen bereits erhalten – auch der neue Fintech-Investor Shapers ist an der Firma beteiligt. Die Unternehmensbewertung hat sich damit gegenüber 2024 mehr als verdoppelt – und liegt jetzt bei 180 Millionen Euro.
Die App bietet einerseits ein klassisches Girokonto mit einer Visa-Debitkarte, Verzinsung und Multiwährungskonten. Gleichzeitig ist eine Kryptowallet integriert, mit der Nutzerinnen und Nutzer ihre Coins selbst verwalten können, auch Self-Custody genannt.
Der Unterschied zur Fremdverwahrung ist entscheidend: Die vollständige Kontrolle der digitalen Assets samt der privaten Schlüssel liegt bei Kundinnen und Kunden. Im Falle einer Insolvenz oder eines Hacks der Plattform sollen sie dadurch besser geschützt sein, da die Kryptowährungen direkt auf der Blockchain liegen. Auch On-Chain-Funktionen, wie Staking oder Lending, werden damit über die App möglich.
Das Team besitzt für die Dienste eine E-Geld-Lizenz sowie eine Micar-Lizenz in Frankreich. 2024 ist die App in Frankreich gestartet, seit diesem Jahr expandiert sie in weitere EU-Länder. Rund 300.000 Kundinnen und Kunden zählt Deblock laut eigenen Angaben.
Im Mai ist das Fintech auch in Deutschland gestartet und hat seitdem rund 10.000 Kundinnen und Kunden gewonnen. Mit dem Geld will es hierzulande nun stärker wachsen einen weiteren Kernmarkt aufbauen.