Zweiter Broker-Gig: Muhamad Chahrour leitet künftig die ehemalige Springer-Tochter (Bild: Unternehmen)

Finanzen.net will mit neuem CEO Trade Republic attackieren

Exklusiv: Die Private-Equity-Eigner engagieren Muhamad Chahrour als neuen CEO bei dem Finanzportal und Broker Finanzen.net. Er baute zuvor im Management den börsennotierten Konkurrenten FlatexDegiro mit auf – und soll die Firma nun als weiteren großen Neobroker etablieren.

Mit einem neuen CEO will das Portal Finanzen.net den Neobrokern Trade Republic und Scalable Capital Konkurrenz machen. Ab Anfang kommenden Jahres soll Muhamad Chahrour (39) das Unternehmen leiten und in eine neue Phase führen.

Das Portal – bis November 2024 Teil des Axel-Springer-Konzerns – zählt zu den größten deutschsprachigen Portalen für Börseninformationen und verzeichnet rund 34 Millionen Besuche pro Monat. Hinzu kommt ein eigener Neobroker unter der Marke Finanzen.net Zero und die Software Traderfox – alles soll künftig stärker zusammengeführt werden.

Verkauf von Springer an Private Equity

Der neue Chef kennt die Brokerwelt gut. Knapp neun Jahre lang war im Management des Unternehmens FlatexDegiro, zuletzt als stellvertretender CEO neben Frank Niehage (57). Dieser hatte im Frühjahr des vergangenen Jahres im Streit mit dem Großaktionär Bernd Förtsch (63) das Unternehmen verlassen. Chahrour war zu dieser Zeit schon nicht mehr an Bord. Seit einem Jahr leitet er den Versicherungsmakler GGW Group. Nun übernimmt er bei Finanzen.net den Job von Max von Richthofen (45), der aber als Finanzchef weiter an Bord bleibt.

Für die neue Führung von Finanzen.net wird nun der Auftrag lauten, neben den milliardenschweren Anbietern Trade Republic und Scalable Capital einen weiteren großen Neobroker in Deutschland zu etablieren. Der Markt ist umkämpft, auch N26 und internationale Banken drängen in das Geschäft. Im vergangenen Jahr hatte der Private-Equity-Anbieter Inflexion Finanzen.net von dem Verlag Axel Springer abgekauft – laut Medienberichten zu einer Bewertung von 400 Millionen Euro. Der Preis hatte damals für Erstaunen im Markt gesorgt. Dementsprechend hoch dürften auch die Erwartungen der Private-Equity-Eigner sein.