Ex-Solaris-Manager Nicolas Knecht baut Plus1 in Deutschland auf
Exklusiv: Das schwedische Umschuldungs-Fintech Plus1 startet in Deutschland – und holt dafür einen Ex-Solaris-Manager in die Führung.
Das schwedische Fintech Plus1 möchte auf dem deutschen Markt für Umschuldungskredite Fuß fassen. Den Deutschlandstart soll ein erfahrener Neobanker anführen, wie Finance Forward vorab erfuhr: der ehemalige Solaris-Manager Nicolas Knecht.
Knecht verbrachte mehr als acht Jahre beim Berliner Bankenzulieferer Solaris, wo er unter anderem die Kreditabteilung, das Kreditkartenprojekt für den ADAC und das Produktmanagement für Banking-as-a-Service leitete. Bei Plus1 übernimmt er nun die Rolle des CEO und Managing Director Deutschland.
Schulden bündeln
Plus1 wurde 2016 von Seriengründer Oliver Hildebrandt in Stockholm gegründet. Seitdem hat das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 30.000 Kunden und Kundinnen in Schweden, Finnland, Dänemark und Norwegen betreut. Das Fintech hilft überschuldeten Verbrauchern, mehrere laufende Kredite zu einem einzigen Kredit mit fester Laufzeit und Rückzahlungsplan zusammenzufassen. Wer pünktlich zahlt, wird in dem Modell belohnt: Der Zinssatz sinkt automatisch in regelmäßigen Abständen. Das Fintech möchte sich damit vor allem an Kunden richten, die bei klassischen Banken durchfallen.
Expansion mit 0TO9
Jetzt wollen die Schweden ihren Umschuldungsdienst mit Hilfe von Nicolas Knecht auch nach Deutschland bringen. Hierzulande lockt eine wachsende Zielgruppe: Laut dem aktuellen Schuldneratlas der Wirtschaftsauskunftei Creditreform galten im vergangenen Jahr rund 5,7 Millionen Erwachsene als überschuldet, rund 111.000 mehr als im Vorjahr.
Knecht soll dafür zunächst ein lokales Vertriebs- und Beratungsteam aufbauen. Rückendeckung erhält er dabei von Jessica Holzbach, Deutschlandchefin des Fintech-Venture-Builders 0TO9, zu dessen Portfolio auch Plus1 gehört. Die Fintech-Schmiede stellt seinen Portfoliofirmen regulatorische Lizenzen, Kapital und Compliance-Strukturen bereit – und ermöglicht so die Expansion in neue europäische Märkte. Im Fall von Plus 1 sollen nach Deutschland dann Polen und Südeuropa folgen.