Wie haben sich die deutschen Fintechs geschlagen, von denen der Großteil in Berlin sitzt? (Bild: Adam Vradenburg/Unsplash)

Von N26 bis Solaris: Die Ertrags-Zahlen von 34 deutschen Fintechs

Nach Monaten mit einem verrückten Funding-Klima stellt sich nun die Frage, ob die hohen Bewertungen überhaupt gerechtfertigt sind – also ob die Fintechs entsprechende Erträge liefern. Eine Übersicht über 34 deutsche Fintechs, die ihre Erträge offengelegt haben.

Wer in den zurückliegende Monaten „Fintech“ sagte, der meinte ja vor allem: „Funding“ … Oder anders ausgedrückt:

– Wer noch kein Unicorn war, der wurde eins (wie zum Beispiel die Solarisbank).

– Wer die Bewertung dann doch nicht gaaanz so sehr in Höhe schrauben konnte, freute sich trotzdem (beispielsweise Liqid).

– Und wer nun gar nicht fundete – der dürfte das entweder demnächst tun (N26, Raisin DS). Oder: Dem ging es wahlweise a) immer noch zu gut (Fincite? Fino?) oder b) irgendwann zu schlecht (Fundflow) oder im dümmsten aller Fälle c) sogar beides zugleich – siehe das traurige Beispiel des in die Insolvenz geschlitterten „Wir wollten zwar funden, aber halt so richtig“-Fintechs Acatus …

Jedenfalls: What’s next?

Beginnen jetzt die „Welches große deutsche Fintech geht als erstes an die Börse-Spekulationen?“? Oder: Geht es nun erst einmal um „das letzte große Funding vor dem IPO“ (eine Floskel, die alternden Fintech-Gründern übrigens ähnlich flüssig von den Lippen geht wie früher den alternden Fußballern die Floskel vom „letzten großen Vertrag“)? Oder werden zur Abwechslung in den nächsten Monaten mal gar nicht die Finanzierungen im Fokus stehen. Sondern das, was es früher oder später blöderweise brauchen wird, um die heutigen Finanzierungen zu rechtfertigen.

Sprich: Erträge.

Wir von Finanz-Szene und Finance Forward haben uns jedenfalls entschlossen, den Fokus in den kommenden Tagen und Wochen wieder stärker auf das Erlös-Thema zu lenken. Und wollen beginnen mit einer aktualisierten Übersicht über jene 34 deutschen Fintechs, die ihre Erträge (zumindest fürs Vorvorjahr) offengelegt haben.

Legende:
– ZE: Zinserträge
– PE: Provisionserträge
– SBE: Sonstige betriebliche Erträge
– UE: Umsatzerlöse
– RE: Rohergebnis
– EBUL: Erhöhung des Bestands an unfertigen Leistungen
– BP: Bruttoprämien
– BB: Bruttobeiträge
– EAB: Erträge aus Beteiligungen


Methodik:

Wir haben Äpfel, Birnen, Orangen und Zitronen verglichen. Im Bewusstsein, dass das eigentlich so nicht geht. Aber es uns trotzdem niemand verbieten kann. Oder anders gesagt: Besser so, als gar nicht. Zu betonen wäre noch, dass wir tatsächlich die Zinserträge und die Provisionserträge berücksichtig haben, also ohne die jeweiligen Aufwendungen gegenzurechnen. Vielleicht war auch das nicht sachdienlich.

Andererseits: Wir wollten herausarbeiten, welche Fintechs überhaupt schon Erträge erwirtschaften – unabhängig davon, ob zum Beispiel die Provisionserträge durch Provisionsaufwendungen „erkauft“ werden. Warum wir bei Orderbird das Rohergebnis herangezogen haben? Weil das die einzige Ertragskennziffer ist, die Orderbird ausweist. So haben wir es vom Prinzip her bei den anderen auch gemacht: Wir haben genommen, was wir kriegen konnten.


* Fußnoten:
– finAPI: Hergeleitet aus dem Geschäftsbericht des Mutterkonzerns
– Orderbird, Trade Republic: Geschäftsjahr endete 09/19
– Kreditech: 2019er-Erträge gemäß Ausblick im 2018er-Ausblick

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