Diligent AI-Gründer Ahmed Gaber und Edoardo Maschio (von links, Foto: PR).

Diligent AI holt Millionen-Investment für den Kampf gegen Finanzbetrüger

Exklusiv: Diligent AI möchte die Kundenüberprüfung bei Banken und Fintechs mit KI-Agenten automatisieren. Dafür sammelt das Start-up eines ehemaligen Rocket-Managers jetzt 2,1 Millionen Euro ein. An der Finanzierungsrunde beteiligten sich auch die Macher von N26, IDnow und Billie.

Das deutsch-britische Start-up Diligent AI hat eine Seed-Finanzierung in Höhe von 2,1 Millionen Euro eingesammelt, wie Finance Forward vorab erfuhr. Angeführt wird die Runde vom Wiener Venture Capitalist Speedinvest; beteiligt ist zudem Shapers, der Fonds des ehemaligen Hedosophia-Partners Philippe Teixeira da Mota. Außerdem investieren erfahrene Fintech-Manager, darunter N26-Chef Marcus Mosen (61), IDnow-Gründer Sebastian Bärhold (44) sowie Billie-Gründer Matthias Knecht (44).

Diligent AI entwickelt autonome KI-Analysten für die Bekämpfung von Finanzkriminalität. „Fintechs und Banken geraten bei der Geldwäschebekämpfung mehr und mehr unter Druck“, sagt CEO Edoardo Maschio (27). Die Eskalation internationaler Sanktionen sowie die generelle Zunahme von digitalen Zahlungsströmen würden die Verdachtsfälle nach oben treiben, sodass die Financial-Crime-Teams kaum noch hinterherkämen.

Maschio und sein Mitgründer Ahmed Gaber (38) wollen das Problem mithilfe von Künstlicher Intelligenz in den Griff bekommen. Ihre Software soll Routineaufgaben bei der Kundenüberprüfung übernehmen, die Analysten heute noch händisch erledigen – etwa Treffer auf Sanktionslisten zu prüfen, Register zu durchforsten, Medienberichte auszuwerten oder Fehlalarme abzuarbeiten.

Gründer kennen sich aus dem Rocket-Internet-Umfeld

Diligent AI hat das System nach eigenen Angaben mit realen Verdachtsfällen aus den Datenbanken der ersten Kunden trainiert. Es ist demnach bereits beim US-Zahlungsdienst Flywire, der britischen Allica Bank und dem französischen Ratenkauf-Fintech Alma im Einsatz.

Die beiden Gründer kennen sich aus der Berliner Fintech-Szene. Gaber war zuvor Chefentwickler beim „Buy now, pay later“-Spezialisten Billie. Maschio arbeitete wiederum bei Rocket Internet, das auch in Billie investiert ist. Im Hintergrund tüfteln sie bereits seit 2023 an der Technologie. Im Winter 2024 nahmen sie zudem am Programm der renommierten Gründerschmiede Y Combinator in San Francisco teil, die ebenfalls investiert hat.

Die neue Finanzierung soll nun vor allem in die Produktentwicklung und den Ausbau von IT und Vertrieb fließen. Bis zum Jahresende möchten die Gründer ihr Team von 11 auf 21 Mitarbeiter verdoppeln. Neben einem Büro in Berlin entsteht aktuell auch ein Standort in London.