Jan Beckers zählt zu den Urgesteinen der Berliner Startup-Szene (Bild: PR)

Fondsmanager Beckers: „Der Kryptomarkt erwacht aus dem Winterschlaf”

Partner-Podcast: Jan Beckers gibt Einblicke in seine Investment-Strategie. Monatlich erscheint der Beckers-Bets-Podcast bei Finance Forward. In dieser Folge spricht Beckers darüber, wer die Gewinner im schwierigen Kryptomarkt sind und wie er auf das Projekt Hyperliquid schaut. Zu Gast ist der Kryptoexperte Ha Duong.

Der Kryptomarkt hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Bitcoin liegt seit Jahresbeginn rund 20 Prozent im Minus, der durchschnittliche Altcoin verlor im vergangenen Jahr etwa 75 Prozent seines Wertes. Bei BIT Capital sieht es bei den Kryptofonds im selben Zeitraum besser aus. Der BIT Global Crypto Leaders liegt im bisherigen Jahresverlauf rund 17 Prozent im Plus. In der neuen Folge vom Podcast „Beckers Bets“ erklären BIT Capital-Gründer Jan Beckers und Krypto-Fondsmanager Ha Duong, wie sie den Markt schlagen.

„Die Spreu trennt sich gerade vom Weizen“, sagt Jan Beckers. Was er damit meint: Die Phase, in der Meme-Coins und narrative Projekte ohne echte Substanz den Markt dominierten, geht zu Ende. Anleger, die sich ein-, zwei-, dreimal die Finger verbrannt haben, kehren dieser Spekulationswelle den Rücken. Stattdessen rücken Projekte mit echten Erlösen, klaren Cashflows und nachvollziehbarer Wertschöpfung in den Vordergrund. „Wir kommen in eine Phase, wo es beim Krypto-Investieren wirklich um Fundamentals geht“, so Beckers.

Die Outperformance des Fonds erklärt Ha Duong vor allem mit zwei Faktoren: gezieltem Einstieg in Unternehmen aus dem Krypto-Universum, darunter Bitcoin-Miner, die ihre Infrastruktur mittlerweile als KI-Rechenkapazität vermieten und Co-Location-Deals mit Hyperscalern abgeschlossen haben, sowie einer Reihe selektiver Picks auf der Asset-Seite. Den größten Beitrag leistete dabei Hyperliquid, eine dezentrale Handelsplattform. Das Projekt erreichte zuletzt neue Alltime-Highs. „Es gibt aber auch noch weitere Altcoins, die sich durch fundamentale Traktion vom allgemeinen Bitcoin-Abverkauf entkoppeln konnten“, ergänzt Duong.

Was Hyperliquid von anderen Krypto-Projekten unterscheidet, ist der Schritt aus der Nische heraus. Die Plattform ermöglicht nicht nur den Handel von Krypto-Assets, sondern inzwischen auch von Rohstoff-Futures auf Öl, Gold und Silber. Das Ganze rund um die Uhr, dezentral und zu einem Bruchteil der üblichen Handelsgebühren. Wer beim Iran-Konflikt auf steigende Ölpreise setzen oder sich absichern wollte, konnte das über Hyperliquid tun. Zuletzt war es sogar möglich, auf den Cerebras-IPO zu wetten, bevor das Unternehmen überhaupt an die Börse gegangen war. Als das Papier eröffnete, lag der Kurs nur drei Prozent vom Preis entfernt, den Hyperliquid schon Wochen zuvor impliziert hatte. Damit hat sich die Plattform als ernstzunehmendes Preisfindungsinstrument etabliert und wird inzwischen laut Beckers von Investmentbanken neben dem Bloomberg-Terminal genutzt.

Das Token-Modell folgt einer vertrauten Logik: 97 Prozent der Protokollgewinne fließen in Rückkäufe des eigenen Tokens. „Das ist eigentlich genauso wie ein Aktienrückkauf eines Unternehmens“, erklärt Beckers. Der Hype-Token koppelt sich damit direkt an die Wertschöpfung der Plattform. Für Duong macht das Hyperliquid mit klassischen Bewertungsmethoden greifbar: Zu Jahresbeginn handelte das Projekt noch bei einem KGV von etwa zehn, was er für die dominanteste dezentrale Handelsplattform viel zu niedrig gehalten hat. Inzwischen ist das Multiple auf das 20- bis 22-fache gestiegen, liegt aber noch immer deutlich unter den Bewertungen von Robinhood oder Interactive Brokers. Der CEO der Intercontinental Exchange äußerte sich in einem Earnings Call bereits wie ein „Fanboy“ von Hyperliquid. Das ist für Beckers ein Signal, dass die Entdeckung durch institutionelle Investoren erst begonnen hat.

Neben Hyperliquid sieht Beckers ein zweites großes Thema aufkommen: Privacy. Künstliche Intelligenz wisse inzwischen erschreckend viel über jeden Einzelnen und manche Staaten weiteten ihre Überwachung aus. Direkt in Privacy-Coins investieren kann der BIT Global Crypto Leaders aus regulatorischen Gründen in Europa nicht. Zugang verschafft sich der Fonds stattdessen über Digital Asset Treasury Companies mit entsprechendem Fokus. Für den Gesamtmarkt gilt laut BIT Capital: Der schlimmste Teil dürfte vorbei sein. Die massiven Abverkäufe durch Langzeitinvestoren, die das Marktbild im vierten Quartal geprägt haben, haben sich stabilisiert.

Bitcoin wird wieder akkumuliert und Put-Optionen sind deutlich günstiger als noch vor drei Monaten. Gleichzeitig bleibt das makroökonomische Umfeld herausfordernd: Der Iran-Konflikt treibt Rohstoffpreise und Inflation, Zinssenkungen rücken in weite Ferne. Duong sieht darin dennoch kein grundsätzliches Hindernis. Ein Szenario mit nominalen Wachstumsraten von sechs bis sieben Prozent, stabiler Inflation und nicht-restriktiver Geldpolitik sei durchaus denkbar. In einem solchen Umfeld könnten High-Beta-Assets, Rohstoffe und Krypto gut performen.

Die Währung Bitcoin bleibt dabei relevant, aber nicht mehr alternativlos. „Wenn man ein diversifiziertes Krypto-Portfolio haben möchte, sollte man auf jeden Fall auch Bitcoin-Exposure haben“, sagt Beckers. Gleichzeitig sieht er bei ausgewählten Projekten mit starken Fundamentals deutlich mehr Upside. Entscheidend sei, diesmal die richtigen zu treffen. „99,99 Prozent aller Krypto-Token haben keine Daseinsberechtigung“, so Beckers. Aber es gibt eben einige, die das gerade unter Beweis stellen.

Was Jan Beckers und Ha Duong über die Krypto-Erholung, die Stärke von Hyperliquid und die Renaissance von Privacy-Projekten denken, erklären die beiden in der neuen Folge von Beckers Bets.

In der aktuellen Beckers-Bets-Folge sprechen Jan Beckers, Ha Duong und Christoph Damm über …

… die Outperformance des BIT Global Crypto Leaders in einem schwierigen Marktumfeld.
… Hyperliquid als dezentrale Handelsplattform mit echten Fundamentals und wachsender institutioneller Relevanz.
… die These, dass Privacy der nächste große Investmenttrend im Krypto-Bereich wird.

Über den Beckers Bets-Podcast:

In Beckers Bets spricht Christoph Damm mit Jan Beckers, dem CIO und Gründer von BIT Capital. Jan ist der aktuell erfolgreichste Assetmanager Europas. Monatlich teilt er seine Meinung über die besten Investmentstrategien und wichtigsten Themen, die die Märkte dieser Welt bewegen. Dieser Podcast liefert euch Insights über Aktien, Kryptos und die aktuellen Megatrends der Investment-Welt.

Anmerkung: Der Podcast ist eine Produktion der Podstars GmbH. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei den Podstars sowie beim Host Christoph Damm. Die BIT Capital GmbH ist Presenting Partner des Podcasts.